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Lehrstuhl für Neuere und
Neueste Geschichte

Prof. Dr. Ulrich Herbert
Albert-Ludwigs-Universität
Rempartstraße 15 - KG IV
D-79085 Freiburg

Tel.: +49 (0)761-203-3439
Fax: +49 (0)761-203-3504

 

Lehrveranstaltungen im SS 17


 
 
Prof. Dr. Ulrich HerbertDr. Arvid Schors
PD Dr. Karin Orth
Dr. Thomas Zimmer
Hinweis: Alle Zeitangaben sind c.t. sofern nicht explizit als s.t. angekündigt.

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Prof. Dr. Ulrich Herbert


Veranstaltungen:

Oberseminar
Prof. Dr. Ulrich Herbert
 
Hauptseminar
Die Mühen der Ebene - Deutschland und Europa in den 1990er Jahren
 
Vorlesung
Deutschland, Europa und die Welt (1990-2001) (Überblicksvorlesung)
 
Übung
Übung zur Vorlesung "Deutschland, Europa und die Welt (1990-2001)"
 




 
 

Oberseminar

Prof. Dr. Ulrich Herbert


Mi: 18-20 UhrRaum:  KG IV / ÜR 2


Inhalt:

Im Oberseminar werden neuere Forschungsarbeiten zur Neuesten Geschichte von Studierenden und Doktoranden aus Freiburg sowie von auswärtigen Gästen vorgestellt und diskutiert. Es richtet sich vorwiegend an Studierende der höheren Semester, Examenskandidaten Doktoranden und wissenschaftliche Mitarbeiter, ist aber für alle Studierenden offen.
 

Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11K-201790

 

Hauptseminar

 

Die Mühen der Ebene - Deutschland und Europa in den 1990er Jahren

Mi: 13-16 UhrRaum:  KG IV / ÜR 2

Inhalt:

In dem Seminar werden die Auswirkungen des epochalen Umbruchs von 1990/91 in Deutschland und Europa untersucht. Dabei steht die Entwicklung in den beiden Teilen des wiedervereinigten Deutschlands in wirtschaftlicher, sozialer, politischer und kultureller Hinsicht im Vordergrund. Damit verbunden sollen auch die Entscheidungen für die Europäische Union und den Euro, die Wandlungsprozesse in den osteuropäischen Staaten und die Auswirkungen der Globalisierung in diesem Jahrzehnt Berücksichtigung finden. Methodisch geht es vor allem darum, verschiedene Ansätze zu einer historiographischen Interpretation der jüngsten Zeit zu prüfen, für die noch keine ausgereiften und quellengesättigten Analysen vorliegen.

Literatur:

Andreas Wirsching: Der Preis der Freiheit. Geschichte Europas in unserer Zeit, München 2012.
Ders.: Demokratie und Globalisierung. Europa seit 1989, München 2015.
Ulrich Herbert: Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, München 2014.
Philipp Ther: Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent, Berlin 2015.
 

Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11S-201752

 

Vorlesung


Deutschland, Europa und die Welt (1990-2001) (Überblicksvorlesung)

Do: 10-12 UhrRaum:  KG I / HS 1010


Inhalt:

Die Vorlesung behandelt die historische Entwicklung von den späten 1980er Jahren bis zum Jahr 2001, als mit dem Terroranschlag auf Ziele in den USA am 11. September ein Ereignis eintrat, das von den Zeitgenossen als tiefer Einschnitt empfunden wurde.
In Deutschland sind die 1990er Jahre v.a. von den Nachwirkungen der Wiedervereinigung gekennzeichnet – im Positiven wie Negativen. Mit dem raschen Zusammenbruch der ostdeutschen Wirtschaft türmen sich bald die Schwierigkeiten. Als Mitte der 1990er Jahre noch ein Konjunktureinbruch folgt und eine lange wirtschaftliche Depressionsphase auslöst, ist die Regierung Kohl-Genscher am Ende und wird durch „Rotgrün“ abgelöst.
In Europa werden mit dem jugoslawischen Bürgerkrieg und der ersten europäischen Flüchtlingskrise neue Herausforderungen erkennbar, für die es aus der Zeit des Kalten Krieges allerdings keine erfahrungsbestätigten Konzepte gibt. Mit der Osterweiterung der EU (und der NATO) sowie dem Vertrag von Maastricht mit der Vereinbarung einer gemeinsamen Währung werden weitreichende, aber auch riskante Entscheidungen gefällt, deren Auswirkungen sich allerdings erst Jahre später erkennen lassen.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjet-Diktatur sind die USA die einzige Supermacht, aber die Konturen einer neuen Weltordnung bleiben zunächst undeutlich. In den einst kommunistisch beherrschten Staaten Ostmitteleuropas entstehen neue Demokratien, in Russland hingegen folgt dem Zusammenbruch eine Phase des wirtschaftlichen und politischen Chaos und die Etablierung eines autoritären, semidemokratischen Systems. In China behält die Kommunistische Partei anders als in der UdSSR die Macht in Händen und verfolgt eine Politik des kapitalistischen Wachstums und der außenpolitischen Machterweiterung.
In der westlichen Welt schließlich markieren die 1990er Jahre den Zenit des „Neoliberalismus“, bis im März 2000 ein erster Börsenkrach die Risiken dieses wirtschaftspolitischen Kurses verdeutlicht.  Mit dem islamistischen Anschlag von „Nine eleven“ schließlich wird eine neue globale Konfrontation erkennbar, die die Welt seither in Atem hält.
Angesichts der zeitlichen Nähe der behandelten Phase zu unserer Gegenwart stellen sich zudem methodische Probleme wie die unsichere Quellenlage, die mangelnde Distanz zu den Ereignissen und die Abhängigkeit von Presse und Medien. Diese Fragen werden in der Vorlesung ausführlich behandelt.

Die Vorlesung findet an folgendem Einzeltermin ersatzweise dienstags von 18-20 Uhr im HS 2004 (KG II) statt: 04.07.2017.

Literatur:

Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens. Bd. 5: Die Zeit der Gegenwart, München 2015.
Ulrich Herbert: Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, München 2014.
Konrad H. Jarausch: Out of Ashes. A New History of Europe in the Twentieth Century, Princeton 2015.
Andreas Wirsching: Der Preis der Freiheit. Geschichte Europas in unserer Zeit, München 2012.
 

Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11V-20172


 

Übung


Übung zur Vorlesung - Deutschland, Europa und die Welt (1990-2001)

Do: 13-15 UhrRaum:  KG IV / ÜR 2


Inhalt:

In der Übung wird das in der Vorlesung Vorgetragene diskutiert und vertieft. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Analyse von Quellen und Dokumenten zu den hier behandelten Themen.


Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11Ü-20173


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PD Dr. Karin Orth


Veranstaltungen:

Hauptseminar

Die nationalsozialistischen Konzentrationslager


 

 


 

Hauptseminar


Die nationalsozialistischen Konzentrationslager

Mi: 14-16 UhrRaum: Breisacher Tor / R 107

 

Inhalt:

Die nationalsozialistischen Konzentrationslager gelten als zugespitzer Ausdruck der Unmenschlichkeit des NS-Regimes. Sie symbolisieren die enge Verbindung zwischen der terroristischen Unterdrückung der innenpolitischen Gegner des „Dritten Reiches” und der Vernichtungspolitik gegenüber den europäischen Juden und anderen ethnischen und sozialen Gruppen. War noch vor einigen Jahren der Kenntnisstand über die Konzentrationslager gering, so liegt heute eine Fülle von Literatur vor, und die Konzentrationslager sind darüber hinaus zu einem gängigen Begriff der allgemeinen historisch-politischen Meinungsbildung geworden. Das Seminar zielt darauf ab, die Geschichte des KZ-Systems thematisch breit zu erschließen und ausgewählte Konzentrationslager in ihrer Geschichte, Struktur und Organisation in vergleichender Absicht zu analysieren.
 
Bemerkung: Das Hauptseminar richtet sich besonders an Lehramtskandidaten. Vorgesehen ist eine Kooperation mit einer Freiburger Schule, um die dort bestehenden Konzepte der Gedenkstättenarbeit mit Schülern kennen zu lernen und zu diskutieren. So ist eine gemeinsame Exkursion in die KZ-Gedenkstätte Natzweiler geplant, und bei Interesse können auch Hospitationen im Unterricht ermöglicht werden.
 
Der Abgabetermin der Hausarbeit ist am 15. Sept. 2017.
ggf. mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 19. und 29. Sept. 2017.


Literatur:

Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, 9 Bände, hg. von Wolfgang Benz und Barbara Distel, München 2005-2009.
Nikolaus Wachsmann: KL. Die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, dt. Ausgabe München 2016

Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11S-201756
 

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Dr. Arvid Schors


Veranstaltungen:

Proseminar

Demokratie(sierung) in Westdeutschland, 1945-1959

Übung 
 
 
 
 

Proseminar


Demokratie(sierung) in Westdeutschland, 1945-1959

Mi: 13-16 UhrRaum: KG I / HS 1019

 

Inhalt:

Das nationalsozialistische Deutschland zwang Europa in den Zweiten Weltkrieg, der nicht nur zur Zerstörung weiter Teile des Kontinents führte, sondern auch zum Tod von mehr als 42 Millionen Menschen. Die nationalsozialistische Diktatur und der „Zivilisationsbruch“ (Dan Diner), der sich in den deutschen Verbrechen des Vernichtungskrieges und des Holocausts manifestierte, stellten den Ausgangspunkt der deutschen Nachkriegsgeschichte dar. Umso überraschender erscheint es vor diesem Hintergrund, dass sich Westdeutschland nach 1945 – zunächst in den Besatzungszonen, und dann von 1949 bis 1959 im Gründungsjahrzehnt der Bundesrepublik – in relativ kurzer Zeit zu einer stabilen und funktionsfähigen Demokratie entwickelte. Das Proseminar wird der Frage nachgehen, wie, warum und inwieweit sich diese erstaunliche Metamorphose der Westdeutschen vollziehen konnte. Dabei soll es nicht nur um den Einfluss der Besatzungsmächte auf die politische Umorientierung und um die Bildung der neuen politischen Institutionen und Arrangements gehen, sondern auch um das Einüben von demokratischen Verhaltensregeln, etwa im Rahmen von Wahlkämpfen, sowie um den Wandel der Einstellungen und der politischen Kultur der Deutschen. Das Seminar versteht sich dabei ebenso als Einführung in die Geschichte der Demokratie im 20. Jahrhundert wie in die bundesrepublikanische Geschichte.

Der Abgabetermin der Hausarbeit ist am 7. Sept. 2017.
ggf. mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 31.07.2017 und 06.10.2017.


Literatur:

Arnd Bauerkämper/Konrad H. Jarausch/Marcus M. Payk (Hg.): Demokratiewunder. Transatlantische Mittler und die kulturelle Öffnung Westdeutschlands. 1945-1970, Göttingen 2005.  
Konrad H. Jarausch: Die Umkehr. Deutsche Wandlungen 1945-1995, München 2004, S. 12-30, S. 171-203.
Paul Nolte: Jenseits des Westens? Überlegungen zu einer Zeitgeschichte der Demokratie, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 61 (2013) 3, S. 275-301.
Edgar Wolfrum: Die geglückte Demokratie. Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von ihren Anfängen bis zur Gegenwart, Stuttgart 2006, S. 11-186.


Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11S-20177


 

 

Übung

 


Generationengeschichte

Di: 14-16 UhrRaum: Breisacher Tor / R 204


Inhalt:

Historiker untersuchen Veränderungen und Konstanten im Zeitverlauf. „Generation“ gilt als geschichtlicher Grundbegriff, hebt er doch auf die Gemeinsamkeiten des Alters ab. In wissenschaftlichen und öffentlichen Debatten ist er wie selbstverständlich präsent: von einem „Generationenvertrag“ in den Rentendiskussionen über Unterschiede zwischen „politischen Generationen“, etwa der „45er-“, „68er-“ oder der „89er-Generation“, bis hin zur „Generation Y“, deren Mitglieder als „Digital Natives“ mit neuen Technologien aufgewachsen sind. Diese kurze Auswahl an Deutungsangeboten, die auf die Kategorie „Generation“ zurückgreifen, ließe sich beliebig erweitern. Doch was ist eigentlich eine „Generation“? Stellt „Generation“ tatsächlich eine analytisch sinnvolle historische Maßeinheit dar? Handelt es sich bei „Generationen“ nicht vor allem um subjektive Konstruktionen von Erfahrungsgemeinschaften, also um Differenzbegriffe, die Unterschiede innerhalb einer Alterskohorte eher verdecken, etwa Geschlecht oder Milieu? Oder haben „Generationen“ doch unmittelbare lebensweltliche Evidenz und erklärende Kraft? Ziel der Übung ist es, diese Fragen einerseits anhand der Lektüre von wissenschaftlichen Schlüsseltexten zu Generation, Generationalität und Generationenforschung zu beantworten. Andererseits werden wir diese theoretischen Überlegungen und Konzepte anhand von Fallbeispielen aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts kritisch überprüfen und einordnen.


Literatur:

Ulrike Jureit/Michael Wildt (Hg.): Generationen. Zur Relevanz eines wissenschaftlichen Grundbegriffs, Hamburg 2005.
Ulrike Jureit: Generation, Generationalität, Generationenforschung, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 11.02.2010, URL: http://docupedia.de/zg/Generation.
Bernd Weisbrod: Generation und Generationalität in der Neueren Geschichte, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 55 (2005) 8, S. 3-9.


Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11Ü-20176


zur Auswahl

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Dr. Thomas Zimmer


Veranstaltungen:

Proseminar

Internationale Protestbewegungen seit 1945

Übung1968 - Ein Jahr Weltgeschichte
 
 

Proseminar


Internationale Protestbewegungen seit 1945

Mo 16-19 UhrRaum: KG I/HS 1034

Inhalt:

Seit dem Zweiten Weltkrieg gehören gesellschaftliche Protestbewegungen zu den wichtigsten Erscheinungen in beinahe allen westlichen Ländern. Neu und auffällig war dabei in den Jahrzehnten nach 1945 nicht nur, dass diese Bewegungen nun massenhaften Zulauf erhielten und ihnen mehr öffentliche wie auch politische Aufmerksamkeit zuteil wurde als jemals zuvor. Die Menschen, die sich in ihnen engagierten, verstanden sich vor allem auch als Teil von internationalen Bewegungen, deren Anliegen gerade nicht an den Grenzen der jeweiligen Nationalstaaten haltmachten. Das kennzeichnete bereits die transnational auftretende Antinuklearbewegung der 50er Jahre, die sich gegen eine Bewaffnung mit Atomwaffen stemmte. Erst recht galt es in den 1960ern für die Antivietnamkriegsbewegung oder die Studentenbewegung, die in einer Vielzahl von Ländern auf die globale Revolte hoffte. In den 70er Jahren verschrieben sich zahllose Organisationen im Namen der Menschenrechte dem Ziel, eine bessere Welt zu schaffen; und der Umweltbewegung ging es um globale Probleme, welche die Handlungsmacht einzelner Staaten bei weitem überstiegen. In den frühen 1980ern entstand schließlich eine neue Friedensbewegung, während globalisierungskritische Bewegungen vor allem seit den 90er Jahren Gehör finden. Alle diese Bewegungen waren einerseits Ausdruck wichtiger gesellschaftlicher Verschiebungen und bewirkten andererseits selbst tiefgreifende Veränderungen. Sie beeinflussten maßgeblich die Agenda nationaler Regierungen und stiegen zu einem wichtigen Faktor in der internationalen Politik auf. Im Seminar sollen die internationalen Protestbewegungen auf ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede befragt werden: Welche Motive und Problemwahrnehmungen lagen dem Protest zugrunde? In welchen Formen äußerte er sich? Welche politischen und gesellschaftlichen Wirkungen entfalteten die Bewegungen? Schließlich wird es darum gehen zu ergründen, welche Aufschlüsse sich aus der Beschäftigung mit solchen internationalen Phänomenen für unser Verständnis der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ergeben.

Der Abgabetermin der Hausarbeit ist am 30.09.2017.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 31.07.2017 und 06.10.2017.


Literatur:

Gerd-Rainer Horn/Padraic Kenney (Hg.): Transnational Moments of Change. Europe 1945, 1968, 1989, Lanham 2004; Dieter Rucht/Roland Roth (Hg.): Die Sozialen Bewegungen in Deutschland seit 1945, Frankfurt am Main 2008.
 

Lehrversanstaltungsnummer:

06LE11S-20171


 

 

Übung

 

1968 - Ein Jahr Weltgeschichte

Di 16-18 UhrRaum: KG IV, 4450


Inhalt:

Das Jahr 1968 nimmt einen besonderen Platz in der Geschichte des 20. Jahrhunderts ein. In vielen Ländern verbindet sich mit diesem Datum vor allem die Erinnerung an die Studentenproteste, die in Westeuropa und den USA, in Mexiko und Japan sowie vielen weiteren Weltregionen ihren Höhepunkt erreichten. Begonnen hatte das Jahr aber mit der Tet-Offensive des Vietcong, welche die Öffentlichkeit in den USA aufwühlte und dazu führte, dass die Widerstände gegen eine Fortführung des Vietnamkrieges immer stärker wurden. Außerdem erlebten die Vereinigten Staaten eine Welle von Gewalt, die nicht mehr abzureißen schien: Nach der Ermordung von Martin Luther King im April und Robert Kennedy im Juni folgten im Spätsommer die Ausschreitungen am Rande des demokratischen Parteitages. Die Vereinten Nationen hatten ein „Jahr der Menschenrechte“ ausgerufen, aber im nigerianischen Bürgerkrieg spitzte sich die humanitäre Lage in der Region Biafra drastisch zu. Im August endete der Prager Frühling, als die Truppen des Warschauer Paktes die liberalen Reformbestrebungen in der Tschechoslowakei niederschlugen. Manche Entwicklungen, die im Rückblick als besonders wichtig erscheinen, entzogen sich noch weitgehend der Aufmerksamkeit der Zeitgenossen: In Kambodscha wurden beispielsweise die Roten Khmer gegründet, und in Frankfurt verübte eine noch unbekannte Gruppe um Andreas Baader und Gudrun Ensslin Brandanschläge auf Kaufhäuser. Das Leben der Menschen wurde 1968 natürlich nicht nur von den politischen Ereignissen und Protesten geprägt: In Westdeutschland dominierte Heintje die Hitparaden, Stanley Kubricks Meisterwerk „2001 – Odyssse im Weltraum“ kam ebenso in die Kinos wie George A. Romeros „Night of the Living Dead“. Und bei den Olympischen Spielen in Mexico City protestierten die afroamerikanischen Sprinter Tommie Smith und John Carlos gegen die Unterdrückung der Schwarzen in den USA, während Bob Beamon und Dick Fosbury die Leichtathletik in eine neue Zeit katapultierten. In der Übung wollen wir dieses besonders geschichtsträchtige Jahr in einer möglichst globalgeschichtlichen Perspektive chronologisch durchschreiten. Wie reagierten die Zeitgenossen auf die vielschichtigen Ereignisse und wie ordneten sie die Geschehnisse ein, die sich ja gerade gleichzeitig vollzogen? Und inwiefern verändert sich durch einen solchen Blick die historische Einordung und Deutung der Entwicklungen des Jahres 1968?


Literatur:

Mark Kurlansky: 1968. The Year That Rocked the World, New York/London 2004; Carole Fink u.a. (Hg.) 1968: The World Transformed, New York 1998.
 

Lehrversanstaltungsnummer:

06LE11Ü-20179