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Lehrstuhl für Neuere und
Neueste Geschichte

Prof. Dr. Ulrich Herbert
Albert-Ludwigs-Universität
Rempartstraße 15 - KG IV
D-79085 Freiburg

Tel.: +49 (0)761-203-3439
Fax: +49 (0)761-203-3504

 

Lehrveranstaltungen im WS 17/18


 
 
Prof. Dr. Ulrich HerbertDr. Jörg Später
PD Dr. Karin Orth
Dr. Thomas Zimmer
Hinweis: Alle Zeitangaben sind c.t. sofern nicht explizit als s.t. angekündigt.

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Prof. Dr. Ulrich Herbert


Veranstaltungen:

Oberseminar
Prof. Dr. Ulrich Herbert
 
Hauptseminar
Das europäische Projekt, 1990-2017
 
Vorlesung
Deutschland, Europa und die Welt 2001-2017 (Überblicksvorlesung)
 
Übung
Übung zur Vorlesung "Deutschland, Europa und die Welt (2001-2017)"
 




 
 

Oberseminar

Prof. Dr. Ulrich Herbert


Mi: 18-20 UhrRaum:  KG IV / ÜR 2


Inhalt:

Im Oberseminar werden neuere Forschungsarbeiten zur Neuesten Geschichte von Studierenden und Doktoranden aus Freiburg sowie von auswärtigen Gästen vorgestellt und diskutiert. Es richtet sich vorwiegend an Studierende der höheren Semester, Examenskandidaten, Doktoranden und wissenschaftliche Mitarbeiter, ist aber für alle Studierenden offen.
 

Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11O-2017181

 

Hauptseminar

 

Das europäische Projekt, 1990-2017

Mi: 13-16 UhrRaum:  KG IV / ÜR 2

Inhalt:

Lange Zeit gehörte die Europäische Einigung zu den Themen, die in der Öffentlichkeit wie im Geschichtsstudium auf nur geringes Interesse stießen. Mittlerweile ist die Zukunft der EU eines der am heftigsten diskutierten Themen unserer politischen Gegenwart. Warum dies so war und ist, gehört zu den Schwerpunkten dieses Seminars. Nach einem Rückblick auf den europäischen Einigungsprozess seit Ende des Zweiten Weltkriegs stehen die Beschlüsse von Maastricht im Februar 1992 am Ausgangspunkt der Betrachtungen. Welche Interessen, welche Kräfte und Konzepte, welche Hoffnungen waren bei der Umwandlung der Europäischen Gemeinschaft in die Europäische Union ausschlaggebend? Welche Erfolge, Einschnitte, Misserfolge und Kurswechsel waren seither zu verzeichnen? In welchem Verhältnis stehen dabei wirtschaftliche und soziale Ziele zueinander? War die Entscheidung, über die einheitliche Währung die politische Einigung allmählich zu erzwingen, richtig, oder hätte die Einheitswährung nach der politischen Einigung kommen müssen? Was ist unter „politische Einigung“ überhaupt zu verstehen? Ist das Wiederaufleben des Nationalismus auch auf den europäischen Einigungsprozess zurückzuführen? Und wie ist es zu dem zunächst schleichenden, dann sich beschleunigenden Zustimmungsverlust zur europäischen Idee gekommen?

Literatur:

Andreas Wirsching: Der Preis der Freiheit. Geschichte Europas in unserer Zeit, München 2012.
Andreas Wirsching: Demokratie und Globalisierung. Europa seit 1989, München 2015.
Wilfried Loth: Europas Einigung. Eine unvollendete Geschichte, Frankfurt am Main 2014.
Guido Thiemeyer: Europäische Integration. Motive, Prozesse, Strukturen, Köln 2010.
 

Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11S-20171853

 

Vorlesung


Deutschland, Europa und die Welt 2001-2017 (Überblicksvorlesung)

Do: 10-12 UhrRaum:  KG II / Audimax


Inhalt:

Die Vorlesung behandelt die historische Entwicklung von der Jahrtausendwende bis zur Gegenwart. Im Mittelpunkt steht dabei der Versuch, die jüngste Vergangenheit und die Gegenwart zu historisieren und das Verhältnis von Geschichte und Gegenwart zu problematisieren. Wenn es die Aufgabe der Geschichtswissenschaft ist, Ereignisse in weite Kontexte einzubetten, Entwicklungen über lange Zeiträume hinweg zu verfolgen und zu analysieren, so ist dies für die vergangenen knapp 20 Jahre nicht oder nur in Ansätzen möglich. Gleichzeitig aber versteht die Gegenwart nur, wer die Geschichte kennt. Das bezieht sich auf die unmittelbare Vergangenheit ebenso wie auf weiter zurückreichende Strukturen und Prozesse. Es ist nicht einmal eindeutig bestimmbar, welche Ereignisse und Entwicklungen die vergangenen beiden Dekaden besonders geprägt haben. War man in den Jahren nach „Nine Eleven“ noch der Auffassung, dies sei ohne Zweifel ein tiefgreifender, epochaler Einschnitt, so wird man das New Yorker Attentat aus heutiger Perspektive vermutlich eher in eine längere Geschichte des islamistischen Terrors oder gar in den Nord-Süd-Konflikt einordnen. Und welche historische Bedeutung dereinst unseren aktuellen Gegenwartsthemen zugemessen werden wird wie dem Brexit, der Präsidentschaft Trumps oder der Flüchtlingskrise von 2015/16, ist von heute aus nicht absehbar. Aber gewiss gehören diese Themen ebenso zu den Gegenständen einer solchen Vorlesung wie der Irak-Krieg, der Afghanistan-Krieg, die „Arabellion“ bis hin zum syrischen Bürgerkrieg, der Krieg in der Ukraine oder die neue Entfremdung zwischen Russland und dem Westen. Das gilt auch für die Geschichte der Europäischen Union mit ihren Krisen und Erfolgen von der Osterweiterung über die Griechenlandkrise bis zum Brexit oder für das Aufkommen neuer „rechtspopulistischer“ Bewegungen in Europa. Wirtschaftlich gehören zweifellos die „Lehman-Crisis“ und die sich daran anschließenden Währungs- und Bankenkrisen zu den Kennzeichen dieser Ära; kulturgeschichtlich vermutlich die Digitalisierung der Lebenswelten. Was aber sind die historischen Merkpunkte der deutschen Geschichte in diesen Jahren? Das „rot-grüne Projekt“? Die Agenda 2010? Der Zustrom von fast zwei Millionen Flüchtlingen? Die Entwicklung Deutschlands zu einem der „Leuchttürme der liberalen Demokratie“, wie die New York Times kürzlich schrieb? Immer aber wird zu fragen sein: Wie werden Ereignisse und Entwicklungen zu „Geschichte“, welche Aufschlüsse über die Gegenwart ermöglicht uns die Vergangenheit – und wie bestimmt unsere Gegenwart den Blick auf unsere Geschichte?

Literatur:

Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens. Bd. 5: Die Zeit der Gegenwart, München 2015.
Andreas Wirsching: Der Preis der Freiheit. Geschichte Europas in unserer Zeit, München 2012.
Andreas Wirsching: Demokratie und Globalisierung. Europa seit 1989, München 2015.
Edgar Wolfrum: Welt im Zwiespalt. Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts, Stuttgart 2017.
Andreas Rödder: 21.0. Eine kurze Geschichte der Gegenwart, München 2015.
 

Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11V-2017185


 

Übung


Übung zur Vorlesung - Deutschland, Europa und die Welt (2001-2017)

Do: 14-16 UhrRaum:  KG IV / ÜR 2


Inhalt:

In der Übung wird das in der Vorlesung Vorgetragene diskutiert und vertieft. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Analyse von Quellen und Dokumenten zu den hier behandelten Themen.


Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11Ü-2017189


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PD Dr. Karin Orth


Veranstaltungen:

Proseminar

Geschichte der Familie im 19. Jahrhundert

Hauptseminar"Unehelichkeit" im 19. Jahrhundert


 

 


 

Proseminar


Geschichte der Familie im 19. Jahrhundert

Mi: 15-18 UhrRaum: Breisacher Tor / R 207


Inhalt:

In der europäischen Kulturgeschichte spielte die Familie zu allen Zeiten eine zentrale Rolle. Das Verständnis, was jeweils unter Familie zu verstehen ist, unterliegt jedoch einem deutlichen historischen Wandel. Wer beispielsweise ist Oberhaupt der Familie? Wer verfügt über Besitz? Welche Personen gehören überhaupt zur Familie? Wie ist die Arbeit unter den Familienangehörigen aufgeteilt? Im Proseminar soll diesen Fragen für das lange 19. Jahrhundert nachgegangen werden. Zudem werden die unterschiedlichen geschichtswissenschaftlichen Ansätze betrachtet, die sich für die Familie interessier(t)en wie insbesondere die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, die Alltagsgeschichte, die Historische Anthropologie oder die Frauen- und Geschlechtergeschichte. Sie alle haben nicht nur wichtiges Quellenmaterial gesichtet und bearbeitet, sondern für ihre Bereiche auch Modelle entwickelt, mit denen sich Familienhistoriker kritisch auseinandersetzen sollten.
 

Literatur:

Gestrich, Andreas: Geschichte der Familie im 19. und 20. Jahrhundert, München 3. erw. Auflage 2013.

Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11S-20171814
 

 

Hauptseminar

 

"Unehelichkeit" im 19. Jahrhundert
Do: 14-16 UhrRaum: Breisacher Tor / R 107


Inhalt:

In der Bundesrepublik Deutschland werden seit der Jahrtausendwende etwa ein Viertel bis ein Drittel aller Kinder von Frauen geboren, die nicht verheiratet sind. Diese Zahlen geben freilich schon lange keinen Anlass mehr für eine aufgeregte Berichterstattung. Vor 50, 100 und 200 Jahren war dies anders. Der Anstieg der im 18. und 19. Jahrhundert sogenannten Unehelichkeit wurde registriert, vielfach kommentiert und von bürgerlicher wie kirchlicher Seite häufig als bedrohlich empfunden. Zu den auffälligsten demografischen Veränderungen im Europa des frühen 19. Jahrhunderts gehörte in der Tat die wachsende Zahl von Kindern, die außerhalb der Ehe zur Welt kamen: Die Raten stiegen von 2 bis 4 auf zum Teil über 20, lokal über 60 %. Der Höhepunkt wurde meist zur Mitte des 19. Jahrhunderts erreicht, am Ende des 19. Jahrhunderts gingen die Unehelichkeitsraten nahezu überall zurück.

Um diese in vielerlei Hinsicht interessante Entwicklung soll es im Seminar gehen. Zum einen wird nach den strukturellen Ursachen für den Anstieg der Raten zu fragen sein, zudem nach den  Veränderungen im Laufe des 19. Jahrhunderts und nicht zuletzt nach der sozial– und kulturgeschichtlichen Bedeutung. Dabei wird eine ausgewählte Region, in der die Raten besonders hoch waren, im Mittelpunkt stehen. Allerdings sollen auch andere Regionen und Kulturen betrachtet werden, um das Phänomen der „Illegitimität” in Europa besser einordnen zu können.
 

Literatur:

Michael Mitterauer, Ledige Mütter. Zur Geschichte unehelicher Geburten in Europa, München 1983.

Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11S-20171858
 

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Dr. Jörg Später


Veranstaltungen:

Proseminar

Abschied von gestern - Kultur in der Bundesrepublik in den 1960er Jahren

 
 
 
 

Proseminar


Abschied von gestern - Kultur in der Bundesrepublik in den 1960er Jahren

Mo: 10-13 UhrRaum: KG I / HS 1034

 

Inhalt:

„Abschied von gestern“ ist ein Spielfilm von Alexander Kluge aus dem Jahr 1966 über dreierlei Deutschland: das Dritte Reich, den Osten und den Westen. Inmitten der 1960er Jahre ist er selbst künstlerischer Ausdruck eines Wandels der Öffentlichkeit und der Gesellschaft. Deutschland befindet sich um 1965 „zwischen den Zeiten“ (Ulrich Herbert). Mit diesem Umbruch beschäftigt sich das Seminar in ausgewählten Bereichen der „Kultur“ (unter dem Begriff sind alle Bereiche der Gesellschaft zu verstehen, die das Denken und die Lebenswelt der Menschen betreffen). Vorgesehen sind: die Geisteswissenschaften, vor allem Philosophie, Soziologie und ästhetische Fächer; die Künste, vor allem populäre wie Literatur und Film (die Gruppe 47 und die Oberhausener Gruppe); die politische Kultur der Öffentlichkeit, dabei im Brennglas vor allem der Sozialistische Deutsche Studentenbund und die Studentenbewegung. In dieser Veranstaltung gehen wir nicht nur ins Kino und zu den letzten Treffen der Schriftsteller und Literaturkritiker um Hans Werner Richter, sondern besuchen den Siebten Deutschen Kongress für Philosophie in Münster (1962), die Forschungsgruppe Poetik und Hermeneutik auf ihrer dritten Tagung in Konstanz (1966) und den 16. Deutschen Soziologentag in Frankfurt am Main (1968). Zudem gehen wir auf die Straße, um die Neue Linke jenseits der SPD und die soziale Bewegung der Studenten bei ihren Aktivitäten zu beobachten, aber auch um in den Schaufenstern und Plattenläden die Konsum- und Populärkultur zwischen 1960 und 1970 zu betrachten. Und wir studieren das Feuilleton in Tageszeitungen und Kulturzeitschriften sowie die „Zeitkritik“ in Radioprogrammen und Fernsehmagazinen. Das alles sind Bausteine und Fälle für die Kulturgeschichte der noch jungen Bundesrepublik Deutschland nach dem Wirtschaftswunder, über deren Gegenstände, Perspektiven und Methoden nachgedacht werden soll.

Literatur:

Ulrich Herbert: Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, München 2014, 809-820, 841-865.
Hermann Glaser: Die Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Zwischen Grundgesetz und Großer Koalition, Frankfurt am Main 1990.


Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11S-2017188



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Dr. Thomas Zimmer


Veranstaltungen:

Proseminar

Geschichte des Vietnamkrieges

ÜbungDer Vietnamkrieg im Film
 
 

Proseminar


Geschichte des Vietnamkrieges

Mo: 16-19 Uhr Beginn: 23.10.17    Raum: KG IV / Mediaraum
 

Inhalt:

Zwischen 1965 und 1973 führten die USA Krieg in Südostasien. Schon die Zeitgenossen stritten heftig über Sinn und Unsinn des Vietnamkriegs: Für die einen stellte er den notwendigen Versuch dar, den Vormarsch des Kommunismus zu verhindern und die südvietnamesische Freiheit zu verteidigen. Für die anderen waren die Vereinigten Staaten der Aggressor und offenbarten durch ihr brutales Vorgehen das wahre Gesicht des amerikanischen Imperialismus. Am Ende zählten die USA knapp 60.000 Tote und hunderttausende Verwundete; mehrere Millionen Vietnamesen waren Opfer des Krieges geworden und weite Teile des Landes verwüstet. Für die westliche Supermacht stellte der Vietnamkrieg nicht nur eine militärische Niederlage dar, sondern auch einen psychologischen Schock und einen tiefen Einschnitt in Politik, Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft. Im Seminar wird es darum gehen, möglichst viele Facetten dieses Konflikts zu untersuchen. Im Fokus wird zunächst die Perspektive USA stehen und wir werden nach den Ursachen für das amerikanische Engagement fragen, nach den politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Krieges, der die Auseinandersetzungen um die Bürgerrechte ebenso verschärfte wie den Konflikt zwischen linken Protestbewegungen und einer Neuen Rechten, nach den intensiven kulturellen Reflexionen über den Krieg in Film, Musik und Literatur, sowie nach den ökonomischen Effekten des Konflikts, der die USA in eine wirtschaftliche und finanzielle Krise stürzte. Darüber hinaus soll es um die internationale Dimension des Vietnamkrieges gehen, der einen wichtigen Moment im Kalten Krieg darstellte, eng mit der Geschichte von Dekolonisierung und Entwicklungspolitik verknüpft war und rund um den Erdball zu breiten gesellschaftlichen Protesten gegen das Vorgehen der USA führte. Und schließlich werden wir uns auch mit der vietnamesischen Perspektive beschäftigen, wodurch der Kontext eines größeren Indochinakonflikts erkennbar wird, der für das Land einen fast vier Jahrzehnte andauernden Kriegszustand bedeutete. Auf diese Weise soll es gelingen, die Bedeutung und den Stellenwert des Vietnamkriegs in der Geschichte des 20. Jahrhunderts zu ergründen.

HINWEIS: Beginn am 23.10. (2. Semesterwoche)


Literatur:

Mark Frey: Geschichte des Vietnamkriegs. Die Tragödie in Asien und das Ende des amerikanischen Traums, München 8. Aufl. 2006.
Bernd Greiner: Krieg ohne Fronten. Die USA in Vietnam, Bonn 2007.
 

Lehrversanstaltungsnummer:

06LE11S-2017184


 

Übung

 

Der Vietnamkrieg im Film

Mo: 12-14 Uhr (s.t.!)
Beginn: 23.10.17
   Raum: KG IV / 4429


Inhalt:

Kaum ein Ereignis der jüngeren Geschichte ist so intensiv diskutiert worden wie der amerikanische Krieg in Vietnam (1965-1973). Noch immer ringen die USA um die Deutung und Bewertung dieser Niederlage und ihrer weitreichenden Folgen. Diese Auseinandersetzungen haben ihren Niederschlag nicht zuletzt in einer Fülle von filmischen Verarbeitungen gefunden. Seit Mitte der 70er Jahre entwickelte sich der Vietnamkriegsfilm zu einem extrem vielfältigen Genre, das lange die psychologischen Folgen des Krieges und/oder das Schicksal der Heimkehrer in den Mittelpunkt stellte – so etwa in Coming Home und The Deer Hunter (beide 1978), Apocalypse Now (1979) oder auch in First Blood (dt. Titel Rambo, 1982). In den 80er Jahren wechselte der Fokus auf die – vermeintlich – realistische Abbildung des Kriegsgeschehens selbst, etwa in Platoon (1986) oder Full Metal Jacket (1987). Mit der bis dahin ausschließlich amerikanischen Sichtweise auf den Krieg brach schließlich erst Heaven and Earth (1993). In der Übung werden wir uns auf den amerikanischen Vietnamkriegsfilm konzentrieren, aber auch internationale, vor allem vietnamesische Produktionen in den Blick nehmen. Die Veranstaltung versteht die Filme dabei als historische Quellen für ihre Entstehungszeit: In ihnen drückten sich zeitgenössische Diskussionen über den Vietnamkrieg aus und sie lassen sich als kritische Reflexionen über die USA insgesamt verstehen. Damit können sie als Sonde für zentrale Aspekte der amerikanischen Gesellschafts- und Kulturgeschichte seit den 60er Jahren dienen. Die Übung stellt somit auch ein Experiment dar. Denn die Geschichtswissenschaft hat sich bislang nur zögerlich mit Spielfilmen beschäftigt. Tatsächlich ist es eine große methodische und theoretische Herausforderung, Filme als historische Quellen zu analysieren. Ihr wollen wir uns in der Übung stellen, indem wir uns mit den fertigen Filmen selbst, ihren spezifischen Entstehungsprozessen und der zeitgenössischen Rezeption beschäftigen; dafür wollen wir uns das nötige filmtheoretische Rüstzeug erarbeiten. Die Veranstaltung ist somit auch als Einführung in die historische Filmanalyse gedacht.

HINWEIS: Beginn am 23.10. (2. Semesterwoche)


Literatur:

Philipp Gassert u.a.: Kleine Geschichte der USA, Stuttgart 2007, S. 455-499.
Bernd Greiner: Krieg ohne Fronten. Die USA in Vietnam, Bonn 2007.
Susanne Schattenberg: Als die Geschichte laufen lernte. Spielfilme als historische Quelle?, in: Virtuelle Fachbibliothek Ost, Handbuch Geschichte (online), hier: S. 1-11
 

Lehrversanstaltungsnummer:

06LE11Ü-20171830