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Lehrstuhl für Neuere und
Neueste Geschichte

Prof. Dr. Ulrich Herbert
Albert-Ludwigs-Universität
Rempartstraße 15 - KG IV
D-79085 Freiburg

Tel.: +49 (0)761-203-3439
Fax: +49 (0)761-203-3504

 

Neuerscheinungen

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Das Buch von Prof. Herbert „Das Dritte Reich“ ist jetzt auch als Hörbuch erhältlich:

Das Dritte Reich. Geschichte einer Diktatur. Ungekürzte Autorenlesung auf 4 Audio-CDs, Freiburg: Audiobuch-Verlag, 2017.


Entstehung und Verlauf des Dritten Reichs sind oft und umfangreich beschrieben worden. Der bekannte und renommierte Historiker Ulrich Herbert wählt einen anderen Ansatz. Er wagt sich an die Kurzform, die dennoch eine Gesamtdarstellung der Jahre 1933-1945 bieten soll. Und er besteht die Herausforderung grandios: Knapp und präzise analysiert Herbert die Umstände, die der Nazi-Diktatur den Weg bereiteten. Dabei stellt er die Entwicklung Deutschlands in den europäischen und welthistorischen Kontext.

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Christiane Abele: Kein kleines Land. Die Kolonialfrage in Portugal 1961-1974, Göttingen: Wallstein Verlag, 2017.


Der portugiesische Abschied vom Kolonialreich verlief alles andere als reibungslos.

Christiane Abele legt die erste deutschsprachige Studie zum portugiesischen Spätkolonialismus vor und zeigt, wie tief verwurzelt und weit verbreitet koloniales Denken in Portugal war.
Während die meisten europäischen Imperien sich nach 1945 allmählich auflösten, ignorierte die Kolonialmacht Portugal den Zerfall der kolonialen Weltordnung. Der Diktator António Salazar hatte den Kolonialismus zum Fundament nationaler Identität erhoben, indem er die Tradition der »Entdecker«, etwa des Seeweges nach Indien, hochhielt. Dieses Selbstverständnis wurde erst auf die Probe gestellt, als ab 1961 nacheinander in den drei afrikanischen Kolonien Angola, Mosambik und Guinea Unabhängigkeitskriege ausbrachen. 1974 setzte ein Militärputsch nicht nur der Salazar-Diktatur, sondern auch dem Kolonialprojekt ein Ende. Je lauter Weltöffentlichkeit und Unabhängigkeitsbewegungen den Kolonialismus in Frage stellten, desto mehr florierten in Portugal Großmachtfantasien und koloniales Pathos. So wird auch deutlich, wie eng Diktatur und Kolonialismus miteinander verwoben waren, sich gegenseitig aufrechterhielten - und am Ende gemeinsam untergingen.

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Jörg Später: Siegfried Kracauer. Eine Biographie, Berlin 2016.


Siegfried Kracauer, geboren 1889 in Frankfurt am Main, gestorben 1966 in New York, war in seinem Leben vieles: Architekt und Schriftsteller, Redakteur der Frankfurter Zeitung und gefragte Person des Weimarer Kulturbetriebes, Teil des philosophischen Quartetts mit Adorno, Benjamin und Bloch, Jude und politischer Linker. Von 1933 bis 1941 war er auf der Flucht, zuerst nach Paris, um dann über Marseille und Lissabon nach New York zu gelangen. Dort mischte er in der psychologischen Kriegsführung mit, betätigte sich aber auch als Filmschriftsteller, als Sozialwissenschaftler und zuletzt als das, was er immer war: ein philosophischer Autor.

Jörg Später hat sich auf die Spuren dieses facettenreichen Lebens begeben und die erste große Biographie über diesen außergewöhnlichen Mann geschrieben. Er beleuchtet die Orte und Milieus, lässt uns an den Freundschaften teilhaben und bringt die Werke zum Sprechen. Nicht im Stile einer der Objektivität verpflichteten Chronik zeichnet er das Leben Siegfried Kracauers nach, sondern als große Erzählung einer Existenzbewältigung, die Licht auf ein Jahrhundert der transzendentalen wie profanen Obdachlosigkeit wirft.

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C.H. Beck Wissen Bd. 2859, München 2016.

Ulrich Herbert: Das Dritte Reich. Geschichte einer Diktatur.


Keine andere Zeit ist in den letzten Jahrzehnten gründlicher erforscht worden als die Jahre von 1933 bis 1945. Ulrich Herbert bietet mit diesem Band eine knappe Gesamtdarstellung des Dritten Reiches auf dem neuesten Stand. Nach einer Analyse der Faktoren, die den Aufstieg des Nationalsozialismus und die Etablierung der Diktatur ermöglicht haben, ist der größere Teil des Buches den Jahren von 1939 bis 1945 gewidmet, in denen sich die deutsche Geschichte in eine europäische und welthistorische Dimension ausweitet. Klar und prägnant im Urteil informiert der Band über Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion, die deutsche Besatzungsherrschaft in Europa und die Ermordung der europäischen Juden.

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Moderne Zeit. Neue Forschungen zur Gesellschafts- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (Hg. von Ulrich Herbert und Lutz Raphael); Bd. 27, Göttingen: Wallstein 2016.

Arvid Schors: Doppelter Boden. Die SALT-Verhandlungen 1963-1979.


Erstmals werden die atomaren Rüstungskontrollverhandlungen des Kalten Krieges als Verständigungsprozess zwischen den Supermächten analysiert.

1969 begannen mit den Strategic Arms Limitation Talks (SALT) zwischen den beiden Supermächten USA und UdSSR die ersten Verhandlungen über die Kontrolle der atomaren Vernichtungswaffen. Ihre vertraglich fixierten Ergebnisse wurden von Zeitgenossen als unzureichend und enttäuschend bezeichnet. Arvid Schors zeigt jedoch erstmals, dass nicht die formellen Ergebnisse, sondern die Verhandlungen selbst das Entscheidende waren. Zuvor galt weitgehend als ausgeschlossen, dass Verhandlungen über die ideologischen Barrieren des Kalten Kriegs hinweg über die Begrenzung der zerstörungsmächtigsten Waffensysteme der Geschichte überhaupt möglich waren. Der Autor analysiert, wie die Experten, Diplomaten und Spitzenpolitiker der Supermächte nach vielen Blockaden allmählich zueinander Vertrauen fassten und die Position der Gegenseite zu verstehen lernten. Er zeigt, wie sich Koalitionen, ja Freundschaften über die Lager hinweg herausbildeten und die Delegationen in Konflikte mit ihren eigenen Regierungen und Militärs gerieten. Zwar konnte auch auf diese Weise nicht sichergestellt werden, dass eine atomare Konfrontation ausbleiben würde. Aber sie wurde doch weniger wahrscheinlich.

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Moderne Zeit. Neue Forschungen zur Gesellschafts- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (Hg. von Ulrich Herbert und Lutz Raphael); Bd. 26, Göttingen: Wallstein 2015.

Rüdiger Ahrens: Bündische Jugend. Eine neue Geschichte 1918-1933.
 

Über die Jugendbewegung der Weimarer Zeit ist bis in die 1980er Jahre hinein scharf gestritten worden, bevor die Kontroverse über den politischen Ort der Bünde und besonders über ihr Verhältnis zum Nationalsozialismus abgerissen ist. Rüdiger Ahrens nimmt das Thema wieder auf und zeichnet die Geschichte der bündischen Jugend erstmals unter engem Anschluss an die Quellen nach. Er bezieht dabei die organisatorische Entwicklung, die ideologische Ausrichtung und die Praxis der Bünde aufeinander. So kann er erklären, wie die bündische Jugend infolge des Ersten Weltkriegs entstand, welche Mentalität die bündische Erziehung mit ihrem Schwerpunkt auf Soldatentum und »Wehrhaftigkeit« hervorbrachte und wie die Bünde auf Angebote und Ansprüche der nationalsozialistischen »Bewegung« reagierten. Die Ergebnisse lassen Rückschlüsse auf das »nationale Lager« zu, dessen Beitrag zur Erosion der Republik und zur Durchsetzung der nationalsozialistischen Herrschaft auf diese Weise in den Blick kommt. Zugleich wird am Verhalten ehemaliger Bündischer nach 1933 und 1945 exemplarisch deutlich, welche langfristigen Wirkungen mit der Prägung in der Jugendbewegung verbunden waren.


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Alexander von Schwerin: Strahlenforschung. Bio- und Risikopolitik der DFG, 1920–1970. Studien zur Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Band 10, Stuttgart 2015.


Die Strahlenforschung hat das 20. Jahrhundert geprägt. Strahlen kamen in Wissenschaft, Medizin, Industrie und Rüstung zur Anwendung. Was waren die Entstehungsbedingungen und wer die Akteure dieser Schlüsseltechnologie? Welche Rolle spielte dabei die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), eine der einflussreichsten deutschen Wissenschaftsorganisationen? Unabhängig vom politischen System förderte die DFG das Bestreben, die Naturkraft der Strahlen zu bändigen, zu steigern und nutzbar zu machen. Ob es um die Krebsbekämpfung, die UV-Bestrahlung von Stadtkindern, die Erzeugung von radioaktiven Stoffen, das nationalsozialistische Atomprogramm, den Strahlenschutz im Kalten Krieg oder die Entstehung der Molekularbiologie aus dem Kapital des Atomzeitalters ging – die Geschichte der Strahlenforschung deckt eine weitgehend unbekannte Seite der DFG auf: die Entwicklung der DFG zu einer bio- und risikopolitischen Institution.          


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Europäische Geschichte im 20. Jahrhundert, herausgegeben von Ulrich Herbert, in 10 Bänden

Jakob Tanner: Geschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert, München 2015. (Europäische Geschichte im 20. Jahrhundert; 10).


Diese Reihe macht begreiflich, wie unsere Nachbarländer zu dem wurden, was sie heute sind und bietet in ihrer Gesamtheit eine vergleichende Geschichte Europas im 20. Jahrhundert. In den Jahrzehnten um 1900 veränderten sich die Länder Europas in einem bis dahin unbekannten Tempo. Die industrielle Hochmoderne verwandelte die Lebenswelten und produzierte heftige Gegenreaktionen, die den Hintergrund abgaben für die großen politischen Kämpfe, die Kriege und die Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Auch die Krise der Industriegesellschaften seit den 1960er Jahren ging mit einem tief greifenden sozialen und kulturellen Wandel einher, und auch den teilten die europäischen Nationalstaaten miteinander. Zugleich wurden die verschiedenen nationalen Varianten der modernen Gesellschaften einander immer ähnlicher. Die Bände der Reihe setzen daher bei den Nationalstaaten an, beziehen ihren Blickwinkel jedoch aus diesen allen Staaten gemeinsamen Entwicklungen. Nur so lässt sich eine europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts entwerfen, die nicht der Versuchung erliegt, Gegenwartsvisionen europäischer Identität in die Vergangenheit zurück zu projizieren.

Folgende Bände sind bisher erschienen:

Hans Woller: Geschichte Italiens im 20. Jahrhundert, München 2010.

Marie-Janine Calic: Geschichte Jugoslawien im 20. Jahrhundert, München 2010.

Wlodzimierz Borodziej: Geschichte Polens im 20. Jahrhundert, München 2010.

Walther L. Bernecker: Geschichte Spaniens im 20. Jahrhundert, München 2010.

Franz-Josef Brüggemeier: Geschichte Großbritanniens
im 20. Jahrhundert, München 2010.

Dietmar Neutatz: Träume und Alpträume. Eine Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert, München 2013.

Ulrich Herbert: Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, München 2014.

NEU: Jakob Tanner: Geschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert, München 2015. 


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Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945.

Herausgegeben im Auftrag des Bundesarchivs, des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin, des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Freiburg und des Lehrstuhls für die Geschichte Ostmitteleuropas am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin.

Band 8: Sowjetunion mit annektierten Gebieten II: Generalkommissariat Weißruthenien und Reichskommissariat Ukraine
Bearbeitet von Bert Hoppe, München 2015.

 

Inhalt:

Weißrussland und die Ukraine unter deutscher Besatzung gehören zu den zentralen Tatorten des Holocaust: Hier weiteten die Einheiten der SS, der Polizei und der Wehrmacht den antijüdischen Terror zum Völkermord aus und töteten in diesen Gebieten schließlich mehr als zwei Millionen Juden. Trotz ihres gewaltigen Ausmaßes war aber lange Zeit nur wenig über diese Massaker bekannt. Der vorliegende Band dokumentiert nun erstmals die Verfolgung der Juden im Generalkommissariat Weißruthenien und im Reichskommissariat Ukraine ausschließlich anhand von Dokumenten aus der Kriegszeit. Aus Tagebuchauszügen von Opfern, amtlichen Schriftstücken der Täter und Zeugenberichten nicht-jüdischer Einheimischer entsteht ein bedrückendes Panorama der Verfolgung.

Die Edition wird 16 zeitlich und territorial gegliederte Bände umfassen. Auf der Basis der Edition realisiert der Bayerische Rundfunk die dokumentarische Höredition „Die Quellen sprechen“, die in Staffeln gesendet wird und unter www.die-quellen-sprechen.de nachzuhören ist.

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