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Lehrstuhl für Neuere und
Neueste Geschichte

Prof. Dr. Ulrich Herbert
Albert-Ludwigs-Universität
Rempartstraße 15 - KG IV
D-79085 Freiburg

Tel.: +49 (0)761-203-3439
Fax: +49 (0)761-203-3504

 

Christoph Seidler

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Sprechstunde nach Vereinbarung

Postadresse:
Historisches Seminar der Albert-Ludwigs-Universität
Rempartstraße 15 - KG IV
D-79085 Freiburg

E-Mail: christoph.seidler@geschichte.uni-freiburg.de



 

CV

Geboren 1958.

Studium der Politikwissenschaften in Frankfurt am Main (abgebrochen 1984).

Mehrjähriger Auslandsaufenthalt bis 1996, hauptsächlich im Nahen Osten.

1997-2003 Studium der Islamwissenschaften und Neuerer und Neuester Geschichte in Freiburg/Br. (Magister Artium 2003).

Seit 2005 wissenschaftlicher Angestellter der Universität Freiburg.

Aktuelles Forschungsvorhaben: Deutsche Ethnologie 1920-1970: Kontinuität und Wandel einer Wissenschaft im internationalen Kontext (Promotionsvorhaben).

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Forschung

Aktuelles Forschungsvorhaben: Deutsche Ethnologie 1920-1970: Kontinuität und Wandel einer Wissenschaft im internationalen Kontext (Promotionsvorhaben).

Die „Völkerkunde“ (Ethnologie) wurde in Deutschland etwa um die 1920er Jahre zur eigenständigen akademischen Disziplin, womit sie aus dem Schatten der Nachbarwissenschaft Anthropologie herauszutreten begann. In der Folgezeit entwickelt die vielerorts von überzeugten Radikalnationalisten getragene Wissenschaft eine unterschiedlich ausgeprägte, aber unübersehbare Nähe zur nationalsozialistischen Herrschaftspraxis: so z.B. im Zusammenhang mit den bis 1942 betriebenen Plänen zur „kolonialen Erneuerung“ auf dem afrikanischen Kontinent, oder mit Forschungen zu „Umvolkung und Assimilation“ in Osteuropa. Der Neuanfang der Ethnologie nach 1945 steht dabei unter dem Vorzeichen einer ungebrochenen personellen Kontinuität, die bis in die 1960er Jahre hinein anhält. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, Kontinuität und Wandel in der ethnologischen Wissenschaft zwischen 1920 und 1970 – insbesondere nach 1945 - herauszuarbeiten. Im Mittelpunkt steht dabei das Werk der drei „Größen“ der deutschen Nachkriegsethnologie – W.E. Mühlmann, H. Baumann und A.E. Jensen -, die alle bereits vor 1945 wissenschaftlich herausragend aktiv waren. Kernfrage dabei ist, inwieweit die veränderten politischen Rahmenbedingungen der entstehenden Bundesrepublik auch Veränderungen innerhalb der (deutschsprachigen) Ethnologie evoziert haben. D.h. inwieweit wurden tradierte Denkfiguren weitergeführt oder modifiziert, wie wirkte sich die politische Zäsur von 1945 auf das Verhältnis zum Forschungsobjekt der „fremden Völker“ aus, entwickelten sich für die Beteiligten andere Optionen als in den Jahren zuvor? Durch einen Vergleich mit den Hauptströmungen der US-amerikanischen und britischen „cultural“ bzw. „social anthropology“ soll dabei die Frage erörtert werden, inwieweit die deutsche Ethnologie, die sich selbst nach 1945 innerhalb der internationalen Forschergemeinde als „isoliert“ ansah, einen „Sonderweg“ gegangen war, worin er evtl. bestanden hatte und ob und wie der gewünschte „Anschluß“ an das internationale Forschungsniveau erreicht werden konnte.

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Publikationen

  • Geburtshilfe für eine Wissenschaft. Die DFG und die deutsche Völkerkunde 1920-1970, in: Karin Orth / Willi Oberkrome (Hg.), Die DFG 1920-1970. Forschungsförderung im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik, Stuttgart 2010.

  • „Opfer ihrer Erregungen“: Die deutsche Ethnologie und der Kolonialismus, in: iz3w 276. Freiburg 2004.

Rezensionen

  • Holger Stoecker: Afrikawissenschaften in Berlin von 1919 bis 1945. Zur Geschichte und Topographie eines wissenschaftlichen Netzwerkes; in: Periplus. Jahrbuch für außereuropäische Geschichte, Münster 2009.

  • Anja Laukötter: Von der ‚Kultur‘ zur ‚Rasse‘ – vom Objekt zum Körper? Völkerkundemuseen und ihre Wissenschaften zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in: http://www.freiburg-postkolonial.de/Seiten/Rez-2008-Laukoetter-Ethnologie.htm

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