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Lehrstuhl für Neuere und
Neueste Geschichte

Prof. Dr. Ulrich Herbert
Albert-Ludwigs-Universität
Rempartstraße 15 - KG IV
D-79085 Freiburg

Tel.: +49 (0)761-203-3439
Fax: +49 (0)761-203-3504

 

Anna Nedlin

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Raum: Erbprinzenstr. 13, 1. Stock, Raum 09
Sprechstunde nach Vereinbarung

Tel.: +49 (0)761-203-9186

Postadresse:
Historisches Seminar der Albert-Ludwigs-Universität
Rempartstraße 15 - KG IV
D-79085 Freiburg

E-Mail: anna.nedlin@geschichte.uni-freiburg.de



 

CV

Geboren 1987 in Leningrad (heutiges St. Petersburg), aufgewachsen in Frankfurt am Main

Studium der Neueren und Neuesten Geschichte und Neueren Deutschen Literatur an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Abschluss: Bachelor of Arts (2009)

Studium der Vergleichenden Geschichte der Neuzeit an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und an der Hebrew University Jerusalem, Abschluss: Master of Arts (2012)
Thema der Abschlussarbeit: „Narrative der Historiographie zur Geschichte der Juden in der Weimarer Republik“

Mai 2007 bis Oktober 2012: Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung

August 2010 bis Juni 2011: Stipendiatin der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Hebrew University Jerusalem für ein Auslandsjahr in Jerusalem

Seit Mai 2014 Doktorandin am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Von März 2015 bis März 2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Seit Juni 2016 Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung


 

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Forschung

Von Polen nach Palästina

Die Geschichte der Gründerinnen und Gründer des Ghetto Fighters Kibbuz 

Am 19. April 1949 wurde in Israel der Grundstein für den Kibbuz Lohamei Hagetaot gelegt. Dieser Kibbuz wurde ausschließlich von Holocaustüberlebenden gegründet, die vorwiegend aus Polen stammten und der sozialistisch-zionistischen Jugendbewegung Dror angehörten. Diese 149 Gründerinnen und Gründer kamen aus unterschiedlichen Elternhäusern, und überlebten den Holocaust auf sehr verschiedene Arten. Während eine kleine Gruppe zu den Anführern des Warschauer Ghettoaufstandes gehörte und eine weitere aktiv in Partisanenverbänden kämpfe, überlebe ein gutes Drittel in den Ghettos und Konzentrationslagern. Die knappe Mehrheit der späteren Kibbuzgründer erlebte und überlebte den Zweiten Weltkrieg in den zentralasiatischen Republiken der Sowjetunion. Unmittelbar nach der Befreiung  bauten die Anführer von Dror kleine Kommunen in verschiedenen polnischen Städten und in deutschen DP-Lagern auf, um dort weitere Überlebende zu sammeln. Nach und nach schlossen sich die zukünftigen Kibbuzgründerinnen und -gründern diesen Kommunen an und suchten gemeinsam nach Möglichkeiten, um nach Palästina auszuwandern. Viele wählten dabei den Weg über Deutschland und Italien und verließen Europa als „Illegale“ auf Schiffen des Mossads Richtung Palästina.

Trotz vieler Unterschiede begriffen sich die Gründerinnen und Gründer als eine Generation und nahmen nach ihrer Ankunft im britischen Mandatsgebiet bzw. in Israel eine Art Gruppenidentität an, nämlich die der Ghettokämpfer. Zeitgleich mit der Kibbuzgründung eröffneten sie das erste Holocaustmuseum weltweit, das an die Vernichtung der Juden in Europa im Allgemeinen und die gefallenen Kammeraden in den Ghettos und Partisanenverbänden im Besondern erinnern sollte.

Die Geschichte der Juden zwischen den 1930er und 1960er Jahren wurde in der Forschung bisher selten zusammenhängend erzählt und endet bzw. beginnt oft mit der Zäsur im Jahr 1945. Die Untersuchung dieser Gruppe in Form einer Kollektivbiographie ermöglicht es nicht nur, verschiedene Forschungskontexte miteinander in Verbindung zu setzen und zu verdeutlichen, wie politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen über die klassischen Zäsuren hinaus miteinander in Beziehung stehen. Entlang von acht Einzelbiographien lässt sich ein differenziertes Bild zeichnen, das politische Sozialisation in linken Jugendbewegungen, Erfahrungen der Verfolgung, der Flucht und des Widerstandes, die Auswanderung nach Palästina, die Staatsgründung Israels und die ersten Jahre danach sowie die Erinnerung und das Gedenken an den Holocaust verbindet.

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Publikationen

 

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