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Lehrstuhl für Neuere und
Neueste Geschichte

Prof. Dr. Ulrich Herbert
Albert-Ludwigs-Universität
Rempartstraße 15 - KG IV
D-79085 Freiburg

Tel.: +49 (0)761-203-3439
Fax: +49 (0)761-203-3504

 

Helena Barop

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Raum: Erbprinzenstr. 13, 1. Stock, Raum 09
Sprechstunde nach Vereinbarung per E-Mail

Tel.: +49 (0)761-203-9186

Postadresse:
Historisches Seminar der Albert-Ludwigs-Universität
Rempartstraße 15 - KG IV
D-79085 Freiburg

E-Mail: helena.barop@geschichte.uni-freiburg.de



 

CV


Geboren 1986 in Bonn

B.A. Neuere und Neueste Geschichte und Philosophie in Freiburg und Rom, M.A. Vergleichende Geschichte der Neuzeit in Freiburg, Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes

B.A.-Abschluss 2010 mit einer transferanalytischen Arbeit zu faschistischen Bewegungen in Italien und Deutschland in den zwanziger und dreißiger Jahren

2010 bis 2013 Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes

Seit 2010 studentische Hilfskraft am Lehrstuhl Herbert

M.A.-Abschluss 2013 mit einer Arbeit zu den Ursprüngen der internationalen Opiumpolitik

Seit Herbst 2013 Promotion zur Geschichte der internationalen Drogenpolitik im 20. Jahrhundert

Seit Herbst 2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Herbert

Januar bis April 2015 Stipendiatin am Deutschen Historischen Institut Washington, D.C.

Seit Mai 2015 Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes 

 

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Forschung

Geschichte der interventionistischen Drogenpolitik der USA in den 1960er und 1970er Jahren

Die Popularisierung von Drogenkonsum wurde in den westlichen Industriegesellschaften seit den 1960er Jahren als ein neues Problem ungekannter Dimension wahrgenommen. Neben immer strengeren prohibitiven Gesetzen und Experimenten mit therapeutischer Behandlung von Suchtkranken entwickelten die USA in Reaktion auf dieses Problem neue Strategien der Drogenpolitik. Die Akteure in den zuständigen Behörden und Kommissionen gingen davon aus, der Ursprung des Drogenproblems sei auf den Feldern der Drogenanbauländer im Süden und Osten  zu finden – und damit außerhalb der westlichen Gesellschaften.

Die Strategien der „neuen Drogenpolitik“, die von Richard Nixon mit dem öffentlichkeitswirksamen Label „war on drugs“ versehen wurden, stehen im Zentrum des Promotionsprojekts. Anhand von drei Fallbeispielen soll untersucht werden, welche Wahrnehmungs- und Deutungsmuster hinter der interventionistischen Drogenpolitik standen, wie die neuen Strategien konzipiert und umgesetzt wurden, welchen Zielen sie (neben der Drogenpolitik) noch gedient haben mögen und zu welchen Ergebnissen sie führten. In der US-amerikanischen und französischen Politik gegen die „French Connection“ (1) wurden klassische law enforcement-Strategien kombiniert mit Entwicklungshilfepolitik in der Türkei. Nach der Verlagerung der Drogenproduktion aufgrund der Zerschlagung der „French Connection“ 1972 wurden in Mexiko (2) und im südostasiatischen „Goldenen Dreieck“ (3) tiefere Eingriffe gewagt: Crop Substitution Programme, Umsiedlungskampagnen, die Ausbildung von Sicherheitskräften, große, UN-finanzierte Entwicklungshilfeprojekte sowie die Zerstörung von Drogenfeldern sollten die Produktion besonders von Heroin verhindern, das die US-amerikanische Jugend in der Wahrnehmung der Akteure besonders bedrohte. Die geplante Geschichte der interventionistischen Drogenpolitik in den 1960er und 1970er Jahren soll erklären, warum diese Maßnahmen unternommen wurden und warum sie in einem so erstaunlichen Ausmaß ohne Erfolg blieben.

U.S. Narcotics Control Interventions in the 1960s and 1970s 

Since the 1960s, the popularization of drug use has been perceived as a new problem of previously unknown dimensions in Western industrial societies. Apart from ever stricter prohibitory legislation and trials with therapeutic treatment of drug users, U.S. politics developed new strategies of narcotics control since 1960. Trying to fight what seemed to be a menace to young people all over the world, policy makers and law enforcement officials in charge turned to what they identified as the root of the drug problem: the fields of the drug producing countries in the South and in the East, far away from Western societies.

The new strategies of source control that were part of Richard Nixon’s “war on drugs” are at the center of this PhD project. Tracing three sample cases, the research focuses on the following questions: which patterns of perception and interpretation were behind interventionist drug policies; how were these new strategies conceived and implemented; what non-drug related objectives might have been behind these strategies;  and what results did these strategies bring forth?

In US and French policy against the French Connection, classic law enforcement strategies were combined with development policy in Turkey. After the French Connection had been dismantled in 1972 and drug production had shifted elsewhere, more profound intervention was ventured in Mexico and the “Golden Triangle” in Southeast Asia: crop substitution programs, resettlement campaigns, training of security personnel, major UN-financed developmental projects as well as the destruction of drug fields were aimed at preventing the production especially of heroin, which seemed particularly dangerous in the eyes of American voters and policy makers alike. This study of U.S. narcotics control interventions in the 1960s and 1970s will try to explain why these measures were taken and why they remained so astonishingly fruitless.

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Publikationen

 

  • Identität aus Waschbeton? Identitätspolitik und Modernisierung im Stadtbild von Južno-Sachalinsk, in: Sören Urbansky (Hg.): „Unsere Insel“. Sowjetische Identitätspolitik auf Sachalin nach 1945, Berlin 2013, S. 92–114.
  • Historische Forschung im Team. Ein Epilog, in: Sören Urbansky (Hg.): „Unsere Insel“. Sowjetische Identitätspolitik auf Sachalin nach 1945, Berlin 2013, S. 164–167.
  • Building the „Opium Evil“ Consensus – The International Opium Commission of Shanghai, in: Journal for Modern European History  13, 1 (2015), S. 115–137.
  • "Wenn das der Führer wüsste...", in: Die Zeit, 19.November 2015.
  • "Für ein paar Pesos mehr. Wie begann der Drogenkrieg, in dem Mexiko zurzeit versinkt? Eine Recherche im Nationalarchiv von Mexiko-Stadt", in: Die Zeit, 10. November 2016.

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