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Forschungsgruppe Zeitgeschichte
Prof. Dr. Ulrich Herbert
Albert-Ludwigs-Universität

Postadresse:
Historisches Seminar
D-79098 Freiburg

Tel.: +49 (0)761-203-3439

Büros:
Erbprinzenstraße 13
79098 Freiburg

 

Dr. Rüdiger Ahrens

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Sprechstunde nach Vereinbarung per E-Mail

Postadresse:
Historisches Seminar der Albert-Ludwigs-Universität
Rempartstraße 15 - KG IV
D-79085 Freiburg

E-Mail: ruediger.ahrens@geschichte.uni-freiburg.de



 

CV

1981 geboren in Hamburg, aufgewachsen im Rheinland

2001 nach Abitur und Wehrdienst Studium der Fächer Geschichte und Deutsch in Göttingen, Besançon, Berlin (HU) und Freiburg. Stipendiat des Evangelischen Studienwerks Villigst und der Studienstiftung des deutschen Volkes

2008 Staats- und Magisterexamen

2009/2010 Akademischer Mitarbeiter

2010-2013 Promotionsstipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes

2014 Promotion

 

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Forschung

Dissertation: Geschichte der bündischen Jugend 1918-1933

Über die Jugendbewegung ist viel geschrieben und wenig geforscht worden. Insbesondere die „bündische Jugend“ der Weimarer Zeit ist in den letzten fünfzig Jahren weitaus häufiger Gegenstand pointierter Essays als quellennaher und methodisch reflektierter Studien geworden. Dies erstaunt umso mehr angesichts der prägenden Kraft, die der bündischen Sozialisation vielfach zugerechnet wird, und angesichts des gesellschaftlichen Einflusses, den die hier geformten Angehörigen der Frontkämpfer- und der Kriegsjugendgeneration des Ersten Weltkrieges im Laufe des 20. Jahrhunderts entfalten konnten.

Ausgangspunkt dieser neuen Geschichte der bündischen Jugend ist die Hypothese, dass die Jugendbewegung der Weimarer Zeit einem größeren nationalistischen Feld zugeordnet werden kann, und dass aus dieser Zugehörigkeit eine spezifische Prägung der hier organisierten Mitglieder resultierte. Zur Überprüfung und Analyse dieser Konstellation werden drei Aspekte mit ihren Wechselwirkungen in den Blick genommen, nämlich erstens die organisatorischen Beziehungen der Bünde untereinander und zu den maßgeblichen Gruppierungen des Weimarer Rechtsextremismus, zweitens die ideologische Ausrichtung der Bünde, vor allem mit Blick auf ihre nationalistische und soldatische Orientierung sowie auf ihre Idealvorstellungen vom bündischen und deutschen Menschen, und drittens Momente der Praxis wie Fahrt und Lager, Wehrsport und Arbeitsdienst, kulturelle und musische Tätigkeiten. Unter diesen Gesichtspunkten wird das Ensemble der fünf größten Bünde vertieft betrachtet, einflussreiche kleinere Gruppen und repräsentative Einzelpersonen kommen ergänzend hinzu.

Ziel der Studie ist ein genaueres Bild der bündischen Jugend und ihrer mentalitäts- und habitusformierenden Kräfte. Damit weisen die zu erwartenden Erkenntnisse in zweifacher Hinsicht über den Gegenstand hinaus: In synchroner Perspektive sind Rückschlüsse auf das nationalistische Feld zu erwarten, dessen Beitrag zur Erosion der Republik und zur Durchsetzung der nationalsozialistischen Herrschaft so in den Blick kommt. In diachroner Sicht wird das Verhalten ehemaliger Bündischer auch nach 1933 und 1945, das mit durch die habituelle und mentale Prägung in der Jugendbewegung motiviert war, besser verständlich.
 

Die Dissertation ist abgeschlossen und veröffentlicht.

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Publikationen

Monografie

Bündische Jugend. Eine neue Geschichte. 1918-1933, Göttingen 2015 (Moderne Zeit, Bd. 26; Diss. Freiburg 2014).

 Aufsätze

„Privatleben ist Fahnenflucht“. Prägekräfte der bündischen Jugend (1918-1933), in: Barbara Stambolis (Hg.): Die Jugendbewegung und ihre Wirkungen. Prägungen, Vernetzungen, gesellschaftliche Einflussnahmen, Göttingen 2015 (Formen der Erinnerung, Bd. 58), S. 145-167.

Klaus Mehnert, in: Barbara Stambolis (Hg.): Jugendbewegt geprägt. Essays zu autobiographischen Texten von Werner Heisenberg, Robert Jungk und vielen anderen, Göttingen 2013 (Formen der Erinnerung, Bd. 52), S. 461-471.

Heinz-Dietrich Wendland, in: Barbara Stambolis (Hg.): Jugendbewegt geprägt. Essays zu autobiographischen Texten von Werner Heisenberg, Robert Jungk und vielen anderen, Göttingen 2013 (Formen der Erinnerung, Bd. 52), S. 725-735.

Rezensionen

Erziehung zum Krieg, Rezension von: Arndt Weinrich, Der Weltkrieg als Erzieher, Essen 2013, in: Jürgen Reulecke (Hg.): 50 Jahre danach – 50 Jahre davor. Der Meißnertag 1963 und seine Folgen, Göttingen 2014 (Jugendbewegung und Jugendkulturen. Jahrbuch 9/2012-13), S. 345-347.

Interdisziplinäre Forschungen zum „Pfadfinden“, Rezension von: Eckart Conze, Matthias D. Witte (Hg.), Pfadfinden, Wiesbaden 2012, in: Jürgen Reulecke (Hg.): 50 Jahre danach – 50 Jahre davor. Der Meißnertag 1963 und seine Folgen, Göttingen 2014 (Jugendbewegung und Jugendkulturen. Jahrbuch 9/2012-13), S. 361-363.

Politisierte Jugend im Überblick, Rezension von: Wolfgang Krabbe, Kritische Anhänger – Unbequeme Störer, Berlin 2010, in: Historische Jugendforschung. Jahrbuch des Archivs der deut­schen Jugendbewegung N. F. 8 (2011), S. 365-367.

Rezension von: Stefan Breuer/Ina Schmidt, Die Kommenden, Schwalbach/Ts. 2009, in: H-Soz-Kult, 25.10.2011, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-4-062>.

Weitere Publikationen

Dissertationsprojekt: Eine neue Geschichte der bündischen Jugend (1918-1933), in: Jürgen Reulecke (Hg.): 50 Jahre danach – 50 Jahre davor. Der Meißnertag 1963 und seine Folgen, Göttingen 2014 (Jugendbewegung und Jugendkulturen. Jahrbuch 9/2012-13), S. 297-299.

Nr. 82, 88, 107-109, 111, 122, 128, in: G. Ulrich Großmann (Hg.): Aufbruch der Jugend. Deutsche Jugendbe­we­gung zwischen Selbstbestimmung und Verführung, Nürnberg 2013 (Ausstellungskatalog).

Die Verhunzer. Wider die Kulturlosigkeit der Nazis und Amis: Vor sechzig Jahren erschien Ernst von Salomons Rechtfertigungs-Roman „Der Fragebogen“, in: Frankfurter Rundschau, 30.3.2011.

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