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Lehrstuhl für Neuere und
Neueste Geschichte

Prof. Dr. Ulrich Herbert
Albert-Ludwigs-Universität
Rempartstraße 15 - KG IV
D-79085 Freiburg

Tel.: +49 (0)761-203-3439
Fax: +49 (0)761-203-3504

 

Lehrveranstaltungen im WS 18/19


 
 
Prof. Dr. Ulrich Herbert Dr. Arvid Schors
Prof. Dr. Karin Orth
Dr. Jörg Später
Dr. Helke Rausch  

Hinweis: Alle Zeitangaben sind c.t. sofern nicht explizit als s.t. angekündigt.

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Prof. Dr. Ulrich Herbert

Veranstaltungen:

Oberseminar

Prof. Dr. Ulrich Herbert
 

Hauptseminar

Migration und Migrationspolitik in Deutschland. 1945 bis zur Gegenwart (Masterseminar)
 

Vorlesung

Massenmigration im 19. und 20. Jh. (Überblicksvorlesung)
 

Übung

Übung zur Vorlesung Massenmigration im 19. und 20. Jahrhundert
 




 
 

Oberseminar

Prof. Dr. Ulrich Herbert

Mi: 18-20 Uhr Raum:  KG IV / ÜR 2


Inhalt:

Im Oberseminar werden neuere Forschungsarbeiten zur Neuesten Geschichte von Studierenden und Doktoranden aus Freiburg sowie von auswärtigen Gästen vorgestellt und diskutiert. Es ist für alle Studierenden offen und richtet sich vorwiegend an Studierende der höheren Semester, Examenskandidaten, Doktoranden und wissenschaftliche Mitarbeiter.

Beginn voraussichtlich in der zweiten Vorlesungswoche.

 
Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11OS-2018192

 

Hauptseminar

Migration und Migrationspolitik in Deutschland. 1945 bis zur Gegenwart

Mi: 13-16 Uhr Raum:  KG IV / ÜR 2

Inhalt:

Das Seminar untersucht die verschiedenen Phasen von Migration und Migrationspolitik in Deutschland seit 1945. Beginnend mit den Flucht- und Vertreibungsbewegungen am Ende des Zweiten Weltkriegs und den Übersiedlungen aus der DDR in die Bundesrepublik geht es vor allem um die sogenannte „Gastarbeiterbeschäftigung“ der 1960er und 1970er Jahre, die Zuwanderung über das Asylrecht, die Einwanderung der sogenannten „Aussiedler“ sowie die Flüchtlingswellen der Jahre um 1990 und 2015 stehen im Vordergrund. Dabei werden neben den politischen und wirtschaftlichen auch die sozialen, kulturellen und juristischen Aspekte untersucht und mit den Entwicklungen in anderen europäischen Ländern verglichen.

Anforderungen: Klausur, Essays und Hausarbeiten.

Das Abgabedatum für die Hausarbeiten ist der 1. April 2019.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 4. Februar 2019 und dem 11. April 2019.
 
Literatur:

Jochen Oltmer: Das "Gastarbeiter"-System : Arbeitsmigration und ihre Folgen in der Bundesrepublik Deutschland und Westeuropa, München 2012.
Ulrich Herbert: Geschichte der Ausländerpolitik in Deutschland. Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Flüchtlinge. Beck, München 2001.
Philip Ther: Die Außenseiter. Flucht, Flüchtlinge und Integration im modernen Europa, Berlin 2017; Dirk Hoerder: Geschichte der deutschen Migration. Vom Mittelalter bis heute, München 2010.
 

Lehrveranstaltungsnummer:
06LE11S-20181957


zur Auswahl

 

Vorlesung 

Massenmigration im 19. und 20. Jh. (Überblicksvorlesung)

Do: 10-12 Uhr

Raum:  KG II / HS 2004


Inhalt:

Die Vorlesung gibt einen Überblick über die verschiedenen Phasen und Erscheinungsformen von Massenmigration von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart und den Ansätzen zu ihrer Erforschung. Sie setzt ein mit den transkontinentalen Wanderungsbewegungen des 19. Jahrhunderts insbesondere in die USA und konzentriert sich dann auf die innereuropäischen Arbeitswanderungen im Zuge der Industrialisierung. Anschließend werden die Vertreibungen und „Bevölkerungsverschiebungen“ behandelt, die vorwiegend infolge der Grenzveränderungen nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in Gang gebracht wurden. Im zweiten Teil der Vorlesung werden zunächst die Formen massiver Zwangsmigration während des Zweiten Weltkriegs behandelt, die in Osteuropa und in Asien viele Millionen Menschen betrafen. In der Folge stehen die Migrationsprozesse der Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg im Mittelpunkt, die vor allem durch die Dekolonialisierung und Differenzen zwischen armen und reichen Regionen der Welt hervorgerufen wurden; auch die Zuwanderung von Arbeitsmigranten nach Westeuropa und Nordamerika steht in diesem Kontext. Am Ende der Vorlesung werden die Entwicklungen in der jüngeren Vergangenheit seit den 1980er Jahren betrachtet: zum einen die Massenmigration aus dem globalen Süden in die Industrieländer, hervorgerufen vor allem durch Bürgerkriege, wirtschaftliche Ungleichheit und kommunikative Globalisierung; zum anderen die Versuche der Einwanderungsländer, die Zuwanderung zu steuern oder zu verhindern.

Beginn in der ersten Vorlesungswoche. Klausur voraussichtlich am 8. Februar 2019


Literatur:

Jochen Oltmer: Globale Migration: Geschichte und Gegenwart. München 2017.
ders.: Migration vom 19. bis zum 21. Jahrhundert, Berlin 2016.
Ulrich Herbert: Geschichte der Ausländerpolitik in Deutschland. Saisonarbeiter, Zwangsarbeiter, Gastarbeiter, Flüchtlinge. Beck, München 2001.
Dirk Hoerder: Cultures in contact. World migrations in the second millennium, Durham, NC, 2002.
 

Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11V-2018194


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Übung 

Übung zur Vorlesung Massenmigration im 19. und 20. Jahrhundert

Do: 14-16 Uhr

Raum:  KG IV / ÜR 2


Inhalt:

In der Übung wird das in der Vorlesung Vorgetragene diskutiert und vertieft. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Analyse von Quellen und Dokumenten zu den hier behandelten Themen.

Zu erbringende Studienleistung: Quellenanalyse, Hausarbeit.
 

Beginn ist in der ersten Vorlesungswoche. Abgabetermin der Hausarbeit ist der 1. April 2019.


Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11Ü-2018197


zur Auswahl 


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Prof. Dr. Karin Orth 

Veranstaltungen:

Hauptseminar

Geburt und Tod in den Gebäranstalten des 19. Jahrhunderts (mit Exkursion ins Staatsarchiv Basel und in die Skelettsammlung des Naturhistorischen Museums Basel)


 

 


 

Hauptseminar 

Geburt und Tod in den Gebäranstalten des 19. Jahrhunderts (mit Exkursion ins Staatsarchiv Basel und in die Skelettsammlung des Naturhistorischen Museums Basel)


Mi: 10-12 Uhr

Raum: Breisacher Tor / R 207


Bemerkung:
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Anthropologen Dr. Gerhard Hotz, Naturhistorisches Museum Basel, statt und es handelt sich um ein forschungsorientiertes, interdisziplinäres Hauptseminar. Gerne können Studierende der Interdisziplinären Anthropologie an der Veranstaltung teilnehmen!

Inhalt:

Das Hauptseminar beschäftigt sich mit den Gebäranstalten, die überall in Europa seit dem späten 18. Jahrhundert errichtet wurden, aus wissenschafts-,  sozial-  und  kulturgeschichtlicher Perspektive.  So werden zunächst die klassischen Interpretationen der früheren Historiografie in den Blick zu nehmen sein: die Ansätze der frühen Medizingeschichte, die den heroischen Kampf der Ärzte gegen den Tod von Müttern und Neugeborenen beschrieb, sowie die sogenannte Medikalisierungsthese der späten 1970er, die diese Sichtweise geradezu ins Gegenteil verkehrte und sich mit den “Opfern” der Entwicklung, den Gebärenden und den Hebammen, beschäftigte.
Vor dem Hintergrund dieser Interpretationsansätze werden dann einige gut erforschte Fallbeispiele von Gebär- und Findelhäusern genauer betrachtet. Anschließend wird das „Bürgerspital zu Basel” bzw. die dortige “Geburtshilfe”-Abteilung im Mittelpunkt stehen. Noch liegen zu dieser wenig Forschungsarbeiten vor, wohl aber ein großer Quellenbestand, mit dem wir uns vor Ort beschäftigen wollen. Zum einen handelt es sich um zahlreiche schriftliche Quellen wie Eintrittsverzeichnisse, Krankenakten oder die Jahresberichte der Ärzte, die im Staatsarchiv Basel-Stadt lagern, zum anderen um eine Reihe von Skeletten von Patientinnen, die im Bürgerspital verstarben und auf dem nahe gelegenen Spitalfriedhof begraben wurden.
Die im Naturhistorischen Museum Basel aufbewahrten identifizierten Skelette des Spitalfriedhofs stellen eine weltweit einzigartige Sammlung dar – und einen für Historiker eher ungewöhnlicher Quellenbestand. Diese Skelette bilden eine Schnittstelle zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, liegen doch zu den archivierten Skeletten die zugehörigen Krankenakten transkribiert vor. Wie diese untersucht und ausgewertet werden können, wird der Anthropologe Dr. Gerhard Hotz vom Naturhistorisches Museum Basel erläutern. Vorgesehen sind daher zwei Exkursionstage nach Basel: ins Staatsarchiv Basel-Stadt und ins Naturhistorischen Museums Basel.

Vorgesehene Termine der Exkursion: 12. Dezember 2018 & 09. Januar 2019, jeweils ganztags.

Das Abgabedatum für die Hausarbeiten ist der 29. März 2019. Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 4. Februar 2019 und dem 11. April 2019.

Die Veranstaltung beginnt in der zweiten Vorlesungswoche am 24.10.2019.

 

Literatur:

Labouvie, Eva: Andere Umstände. Eine Kulturgeschichte der Geburt, Köln u.a. 1998.
Pawlowsky, Verena: Mutter ledig - Vater Staat. Das Gebär- und Findelhaus in Wien 1784-1910, Innsbruck u.a. 2001.
Schlumbohm, Jürgen: Lebendige Phantome. Ein Entbindungshospital und seine Patientinnen 1751-1830, Göttingen 2012.
Seidel, Hans-Christoph: Eine neue "Kultur des Gebärens". Die Medikalisierung von Geburt im 18. und 19. Jahrhundert in Deutschland, Stuttgart 1998.

Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11S-20181956


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Übung 

Nationalsozialismus und (die eigene) Familiengeschichte


Do: 8-10 Uhr

Raum: Breisacher Tor / R 207

Bemerkung:
Am Freitag, den 01.02.2019 wird es einen Extratermin in Form einer Blocksitzung von 14 bis 20 Uhr geben!


Inhalt:
Die Übung richtet sich an diejenigen Studierenden, die sich mit ihrer eigenen Familiengeschichte beschäftigen - und dabei auf den Zweiten Weltkrieg und Nationalsozialismus stoßen. Zunächst wird es darum gehen, die Familiengeschichte zu rekonstruieren. Welche Personen, Orte und Ereignisse sind für die Familiengeschichte relevant? Welche Erzählungen sind historisch verbürgt und wo findet man weitere Informationen? Jenseits der Rekonstruktion der Fakten wird es jedoch auch darum gehen, sich mit den Erzählungen selbst zu beschäftigen. Welche gesellschaftlichen Diskurse und Topoi tauchen in den Erinnerungen der Familienmitglieder auf? Welche Muster des Sprechens (oder Schweigens) über die NS-Zeit, über Krieg und Bomben herrsch(t)en in der Familie vor und welche Funktion erfüllt(e) dies?

Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11Ü-20181921



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Dr. Helke Rausch

Veranstaltungen:

Proseminar

Der Gute Krieg. Amerika 1941-45

 
 

Proseminar

Der Gute Krieg. Amerika 1941-45

Di: 13-16 Uhr

Raum:  KG IV / ÜR 2



Inhalt:
Der Zweite Weltkrieg gilt in den USA lange und gelegentlich noch heute als Good War, als paradigmatischer Kampf der moralischen Nation gegen das faschistische und totalitäre Übel. Ähnlich wie einen Weltkrieg zuvor trat man verspätet und, im Verbund mit den Westalliierten, kriegsentscheidend ein und wähnte sich im Endkampf für westliche Werte. Das sahen selbst die Verbündeten mitunter anders. Als die neuen sozialen Bewegungen der 1960er Jahre in den USA gegen das Establishment Sturm liefen, rechneten sie auch mit dieser selbstgefälligen Sicht ab. Der Good War-Mythos zerbröckelte weiter, als Mitte der 1990er Jahre die amerikanischen Atombombenabwürfe über Hiroshima auf ungewohnt heftige innenpolitische Kritik stießen. Von daher hat die Geschichte selbst also schon manches dekonstruiert. Das ersetzt aber nicht den genauen historischen Blick auf die US-amerikanischen Kriegsjahre, die im Mittelpunkt dieses Seminars stehen. Eingangs geht es um die Umstände des Kriegseintritts, dann aber vor allem um seine Effekte. Es interessiert, wie Propaganda, Kriegswirtschaft und Zwangspatriotismus die US-Demokratie veränderten, wie sie die multiethnische Gesellschaft teils aufrieben, teils kompensatorisch aufwerteten und wie sie die Geschlechterrollen umdefinierten. Im Licht solcher systematischer Untersuchungen müsste die Frage, welches Erbe der Krieg in der US-Innen- und -Außenpolitik hinterlassen hat, noch einmal neu beantwortet werden.


Die wöchentlichen Sitzungen enthalten ein Tutorat, das u.a. auf die begleitenden Studienleistungen (mehrere semsterbegleitende schriftliche und mündliche Aufgaben, für die verbindliche Termine in der ersten Sitzung vereinbart werden) und auf die abschließenden Prüfungsleistungen (Klausur und schriftl. Hausarbeit bzw. mdl. Prüfung) vorbereitet.

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 18.03.2019. Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 04.02.2019 und 11.04.2019.


Literatur:
Allan M. Winkler, Home Front U.S.A.: America During World War II, Wheeling, Il.3 2012.

Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11S-2018194


zur Auswahl


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Dr. Arvid Schors 

Veranstaltungen:

Proseminar

Amerikanische und britische Besatzung in Deutschland und Österreich, 1945-1955

 

Übung

Der Zweite Weltkrieg in der Erinnerung

 

 


 

 

Proseminar 

Amerikanische und britische Besatzung in Deutschland und Österreich, 1945-1955

Mi: 13-16 Uhr

Raum:  KG I / HS 1032

 

Inhalt:

Mit der bedingungslosen Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschlands standen die beiden westlichen Siegermächte des Zweiten Weltkriegs, die USA und Großbritannien, Anfang 1945 vor gewaltigen politischen Herausforderungen. Sie mussten nicht nur die Regierungsgewalt in Deutschland übernehmen, sondern auch darüber entscheiden, was mit den Deutschen geschehen sollte. Divergierende Interessen zwischen ihnen und den beiden anderen Besatzungsmächten führten schon bald zu Sonderentwicklungen in den einzelnen Besatzungszonen. Diese Entwicklung mündete schließlich 1949 mit Gründung zweier deutscher Staaten in der Teilung. Eine ganz ähnliche – und zugleich in vielerlei Hinsicht verschiedenartige – Situation entstand in Österreich, das seit dem „Anschluss“ an das deutsche Reichsgebiet 1938 nicht mehr als eigenes Land existiert hatte. Auch Österreich wurde 1945 in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Jedoch endete die alliierte Besatzung dort erst 1955, als Österreich als neutraler, territorial intakter Staat in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Das Seminar nimmt aus einer doppelt vergleichenden Perspektive die Geschichte der Besatzungszeit in Westdeutschland und Österreich nach 1945 in den Blick, wobei jeweils die amerikanische(n) und britische(n) Besatzungspolitik und -zonen im Mittelpunkt stehen. Thematisch spannt das Seminar dabei einen Bogen von den alliierten Planungen über den Prozess der tatsächlichen Besetzung durch alliierte Truppen bis hin zum Besatzungsalltag und zur mehrdimensionalen Interaktion zwischen Besetzern und Besatzten. Das Seminar fungiert als Einführung in die deutsche und österreichische Geschichte nach 1945 unter besonderer Berücksichtigung ihrer westlichen Bezüge.


Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 28. März 2019. Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 4. Februar 2019 und dem 11. April 2019.


Literatur:

Wolfgang Benz (Hg.): Deutschland unter alliierter Besatzung. 1945-49/55, Berlin 1999, insb. S. 21-59.
Klaus-Dietmar Henke: Die amerikanische Besetzung Deutschlands, München 1995.
Ulrich Herbert: Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, München 2014, S. 549-617.
Siegfried Beer: Die „Befreiungs- und Besatzungsmacht“ Großbritannien in Österreich, 1945-55, in: Manfried Rauchensteiner/Robert Kriechbaumer (Hg.): Die Gunst des Augenblicks. Neuere Forschungen zu Staatsvertrag und Neutralität, Wien/Köln/Weimar 2005, S. 23-61.
Günter Bischof: Die Amerikaner als Besatzungsmacht in Österreich, 1945-1955, in: Ebd., S. 75-111.
Ernst Hanisch: Der lange Schatten des Staates. Österreichische Gesellschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert, Wien 1994, S. 395-425.

Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11S-2018198


zur Auswahl

 

Übung

Der Zweite Weltkrieg in der Erinnerung 

Di: 16-18 Uhr

Raum:  Breisacher Tor / R 204


Inhalt:

Der Zweite Weltkrieg war ein globaler politischer Einschnitt, der drei Viertel der Weltbevölkerung betraf. Kein anderes Ereignis in der Geschichte hat ähnlich umfassende und furchtbare Auswirkungen nach sich gezogen. Die zeitgenössischen Erfahrungen während des Krieges fielen jedoch überaus vielfältig aus – und ebenso unterschiedlich wird ihm gedacht und an ihn erinnert. Diese Erinnerungen weisen dabei bis heute stark nationale Prägungen auf: Während in den USA der „Good War“ erinnert wird, gedenken die Briten dem „People’s War“ und die Russen dem „Großen Vaterländischen Krieg“. Nicht zufällig hat sich demgegenüber etwa in Deutschland die unbestimmte Bezeichnung des „Zweiten Weltkriegs“ etabliert. Die Übung möchte am Beispiel einiger wichtiger Länder, die am Zweiten Weltkrieg beteiligt waren, dem vielschichtigen Phänomen der Erinnerung vergleichend auf den Grund gehen und dieses Forschungsfeld für Historikerinnen und Historiker erschließen. Dabei soll es nicht nur um unterschiedliche Formen und Medien gehen – von Denkmälern und Museen über die Geschichtsschreibung bis hin zu Filmen, Serien, Romanen oder Computerspielen. Vielmehr wird sich die Übung auch kritisch mit Begriffen und Konzepten auseinandersetzen, etwa der Erinnerungskultur und der Geschichtspolitik, die in diesem Zusammenhang relevant sind.


Literatur:

Marc Gallicchio: World War II in Historical Memory, in: Thomas W. Zeiler/Daniel M. DuBois (Hg.): A Companion to World War II. Volume II, Chichester 2013, S. 978-998.
Martin Sabrow: Den Zweiten Weltkrieg erinnern, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 36-37 (2009), S. 14-21. (Online unter: http://www.bpb.de/apuz/31767/den-zweiten-weltkrieg-erinnern?p=all).
Edgar Wolfrum: Erinnerungskultur und Geschichtspolitik als Forschungsfelder. Konzepte – Methoden – Themen, in: Jan Scheunemann (Hg.): Reformation und Bauernkrieg. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik im geteilten Deutschland, Leipzig 2010, S. 13-47. (Online unter: http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/13790/).

Lehrveranstaltungsnummer:

06LE11Ü-20181915


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Dr. Jörg Später 

Veranstaltungen:

Übung

J. Habermas. Wissenschaft und Öffentlichkeit in der „alten“ Bundesrepublik

 


 

Übung 

J. Habermas. Wissenschaft und Öffentlichkeit in der „alten“ Bundesrepublik

Mo: 10-12 Uhr
Beginn: 22.10.18

    Raum: KG IV / 4450

 

Inhalt:

Der Philosoph Jürgen Habermas ist einer der bedeutendsten Intellektuellen der „alten“ Bundesrepublik. Die öffentliche Bühne betrat der damals 24-Jährige 1953 mit einem scharfen Angriff auf Martin Heidegger. Habermas wurde dann Forschungsassistent von Theodor W. Adorno, obgleich vom anderen Granden der „Kritischen Theorie“ Max Horkheimer als „zu links“ empfunden. In der Tat war Habermas, der sich in die Hochschulpolitik vertiefte und einmischte, ein Vordenker der Studentenbewegung, mit der er dann in den Jahren 1967/68 in schwere Konflikte geriet. Habermas exponierte sich wissenschaftlich in den 1960er Jahren an der Seite Adornos im sogenannten Positivismusstreit der Soziologie und in den 1970ern in der Auseinandersetzung mit dem Systemtheoretiker Niklas Luhmann um Fragen der „Gesellschaftstheorie“. Nach Adornos Tod 1969 wurde der selbstständige Habermas nicht dessen Nachfolger, sondern mit Carl Friedrich von Weizsäcker Gründungsdirektor der Starnberger „Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt“. In der Starnberger Dekade geriet Habermas immer wieder in politische Turbulenzen, da die gesellschaftliche Wirkung der „Frankfurter Schule“ eine rechtskonservative Reaktion nach sich gezogen hatte. Das Starnberger Institut scheiterte nicht zuletzt an dieser Politisierung der Wissenschaft. Immerhin schrieb Habermas in dieser Zeit sein sozialphilosophisch bedeutendstes Werk, Die Theorie kommunikativen Handelns (1981), für das er wiederum von Adornos Schülern angegriffen wurde, die darin eine Abwendung von der kritischen Theorie sahen. Habermas kehrte gleichwohl nach Frankfurt zurück und behielt die Rolle des streitbaren Intellektuellen, der sich „zur Lage der Zeit“ äußerte, die Idee der Postmoderne und den Poststrukturalismus kritisierte und in dem sogenannten Historikerstreit eine Hauptrolle spielte.
Wir heften uns in dieser Übung an die Fersen von Jürgen Habermas, um Einblicke in die Ideengeschichte der Bundesrepublik zu bekommen. Und wir betrachten die Geschichte der Bundesrepublik, um Leben, Werk und Wirkung dieses bedeutenden Philosophen und öffentlichen Intellektuellen zu beleuchten und zu verstehen.


Literatur:

Stefan Müller-Doohm: Jürgen Habermas. Eine Biographie, Berlin 2014.
Matthew G. Specter: Habermas. An Intellectual Biography, New York 2010.
Hauke Brunkhorst u.a. (Hg.): Habermas-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung, Stuttgart 2009.
 

Lehrversanstaltungsnummer:

06LE11Ü-2018194


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